KOKI-Filmprogramm

Das kommunale Kino Bremerhaven zeigt sein Filmprogramm immer mittwochs im Cinemotion Kino Komplex in Bremerhaven.

Die Vorstellungszeiten sind 18.00 und 20.30 Uhr,
abweichende Zeiten stehen im Filmprogramm.

Die Filme werden ohne Werbung präsentiert und beginnen direkt zu den angegebenen Vorstellungszeiten.

Kinokarten für unser KOKI Programm sind an der Kinokasse erhältlich oder online ausschließlich über die Internetseite des CineMotion.

Klicke Sie hier, um Karten über die CineMotion Website zu bestellen.

In der Regel können die Karten sieben Tage im Voraus erworben werden. Sollte ein Film noch nicht im Angebot sein, so besuchen Sie die Website bitte später noch einmal.

Alternativ können Sie auch die CineMotion Smartphone App verwenden.

Das Koki-Team wünscht allen Filmbegeisterten gute Unterhaltung.

28.1. | Therapie für Wikinger

18.00/20.30

Manfred (Mads Mikkelsen), befindet sich im mittleren Alter. Er hat eine seltsame Frisur und trägt eine seltsame Brille. Auch im Kopf ist er nicht gerade der Schnellste. Als sein Bruder Anker (Nikolaj Lie Kaas) nach 15 Jahren Gefängnis nach Hause kommt, erfährt er, dass Manfred nun nicht mehr „Manfred“ gerufen werden möchte, sondern nur noch auf „John“ hört. Er hält sich nämlich für John Lennon. Und wann immer jemand den falschen Namen sagt, flippt er aus. Notgedrungen stellt sich Anker auf die neue Marotte seines Bruders ein, denn er braucht ihn: Anker hat seinerzeit mit Flemming (Nicolas Bro) eine Bank ausgeraubt und vor der Verhaftung seinen Anteil an Manfred übergeben, der das Geld vergraben sollte. Aber da Manfred nun John ist, kann er sich nicht mehr an das Versteck erinnern. Beide Brüder suchen ihr früheres Zuhause auf, das jedoch von den neuen Besitzern als Ferienwohnung angeboten wird. Zu allem Unglück folgt ihnen auch noch Manfreds Psychiater (Lars Brygmann), der sich von „John“ inspiriert fühlt, die Beatles wieder aufleben zu lassen. In Hamdan (Kardo Razzazi) hat er auch schon jemanden gefunden, der sich zugleich für Paul und Ringo (oder war es George?) hält. Der dänische Regisseur Anders Thomas Jensen präsentiert einen Film vollgestopft mit skurrilen Szenen und makabrem, auch gewalttätigem Humor. Da bleibt dem Zuschauer manchmal das Lachen im Halse stecken. Vor allem aber erreicht es Jensen, dass exzentrisch-neurotisches Verhalten im Verlauf des Films für das Publikum zur Normalität wird. Ein satirisches Chaos aus Geschwisterdrama, Schatzsuche und Horrorfilm – mit eingebauten Widerhaken.

Dänemark/Schweden 2025, Regie: Anders Thomas Jensen, Darsteller: Mads Mikkelsen, Nicolas Bro, Nikolaj Lie Kaas, Lars Brygmann, Kardo Razzazi, ab 16, 116 min

4.2. | Zweitland

18.00/20.30

Nach der Niederlage Österreichs im Ersten Weltkrieg wird das mehrheitlich deutschsprachige Südtirol von Italien annektiert. Es kommt zu jahrzehntelangen Kämpfen zwischen der Separatisten-Organisation Befreiungsausschuss Südtirol (BAS) und der italienischen Staatsmacht. Der Regisseur Michael Kofler, der selbst aus dieser Region stammt, siedelt seine Geschichte im Jahr 1961 an, in dem der Konflikt in der sogenannten „Feuernacht“ blutig eskalierte. Seine beiden Protagonisten, die Brüder Paul (Thomas Prenn) und Anton (Laurence Rupp) gehen ganz unterschiedlich mit den Geschehnissen um. Während es den musisch begabten Paul an die Kunsthochschule in München zieht, führt der bodenständige Anton den Bauernhof der Eltern weiter und muss die alltäglichen Schikanen der italienischen Regierung ertragen. Kofler beleuchtet den tief verwurzelten Konflikt in all seinen Facetten, von der separatistischen Gewalt über die Gegengewalt der Staatsmacht bis hin zu dem Versuch der Vermittlung zwischen den Volksgruppen. Besonders authentisch wird dieser Anti-Heimatfilm durch die Untertitelung des deutschen Dialekts sowie des Italienischen. Durch die Anerkennung des Autonomiestatus in den frühen 1970-er Jahren ist die separatistische Eskalation in Südtirol mittlerweile in Vergessenheit geraten. „Zweitland“ ruft diesen Unabhängigkeitskampf jetzt noch einmal ins Bewusstsein zurück.

Deutschland/Italien/Österreich 2025, Regie: Michael Kofler, Darsteller: Thomas Prenn, Laurence Rupp, Aenne Schwarz, ab 12, 112 min

11.2. | Ein einfacher Unfall

18.00/20.30

Der Iraner Eqbal (Ebrahim Azizi) ist nachts mit seiner Frau und seiner Tochter mit dem Auto unterwegs. Nach dem Zusammenprall mit einem Hund muss er eine nahe gelegene Werkstatt aufsuchen. Der Mechaniker Vahid (Vahid Mobasseri) glaubt in ihm den Mann wiederzuerkennen, der ihn einst im Gefängnis gefoltert hat. Von Rachegefühlen getrieben entführt er seinen vermeintlichen Peiniger. Als der seine Unschuld beteuert, kontaktiert Vahid mehrere andere Opfer Eqbals, die ihm helfen sollen, seinen Verdacht zu bestätigen. Der Regisseur Jafar Panahi, selbst seit vielen Jahren durch das iranische Regime verfolgt, verarbeitet in seinem Film eigene Erlebnisse zu einer Parabel über oppositionelle Strömungen und ihren Umgang mit dem Terror der Staatsgewalt. Es geht um Schuld und Sühne und die Frage, ob man aus Rache töten oder doch Gnade walten lassen sollte. Panahi zeichnet zudem ein komplexes Bild der iranischen Gesellschaft. Er zeigt Frauen, die ohne Kopftuch durch die Straßen laufen und es dann doch schnell zur Hand haben, wenn Obrigkeiten im Anmarsch sind. Wenn sich dann die gleichen Obrigkeiten durch ein angemessenes Bakschisch besänftigen lassen und bei fehlendem Bargeld auch gerne mit Kartenzahlung einverstanden sind, wird der spannungsreiche Thriller zum absurden Theater. Mit dieser filmischen Abrechnung mit dem Mullah-Regime gewann Panahi im letzten Frühjahr die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes und ist außerdem Frankreichs Kandidat für die anstehende Oscar-Verleihung.

Iran/Frankreich 2025, Regie: Jafar Panahi, Darsteller: Vahid Mobasseri, Ebrahim Azizi, Mariam Afshari, ab 16, 105 min

18.2. | Sentimental Value

18.00/20.30

Der Drachenstil setzte sich in Norwegens Architektur am Ende des 19. Jahrhunderts durch. Seinen Namen verdankt er den auskragenden Dachgiebeln der mehrstöckigen Holzhäuser. Die Villa, in der die Familie Borg seit Generationen lebt, ist ein Juwel dieses Baustils.Für „Sentimental Value“ ist dieser Schauplatz so unverzichtbar, dass er eine eigene Erzählstimme erhält, die aus dem Off berichtet, wie die Räume mit ihren Bewohnern leben. Die Villa wird zu einem emotionalen Minenfeld, als Gustav Borg (Stellan Skarsgard) nach der Beerdigung seiner Frau plötzlich in das Leben seiner Töchter zurückkehrt. Nora (Renate Reinsve) hat ihm nie verziehen, dass er die Familie verließ, ihre jüngere Schwester Agnes (Inga Ibsdotter Lilleaas) ist milder gestimmt. Der Vater war einmal ein berühmter Regisseur und hat ein Drehbuch über den Selbstmord seiner Mutter mitgebracht, das er am Realschauplatz verfilmen will. Nora, eine gefeierte Bühnenschauspielerin, soll die Hauptrolle spielen. Brüsk weist sie sein Angebot zurück, das insgeheim ein väterliches Liebeswerben ist. Gustav macht sich notgedrungen auf die Suche nach einer neuen Hauptdarstellerin, gibt die Hoffnung auf Noras Teilnahme aber nicht auf. Ein Drama über konfliktbeladene Familienverhältnisse verbunden mit der Zuversicht, dass die Dinge sich schließlich doch so entwickeln, wie man es sich vorgestellt hat.

Norwegen/Dänemark/Schweden 2025, Regie und Drehbuch: Joachim Trier und Eskil Vogt, Darsteller: Stellan Skarsgard, Renate Reinsve, Inga Ibsdotter Lilleaas, ab 12, 133 min

25.2. | Sorry, Baby

18.00/20.30

Die zweite Vorstellung um 20.30 Uhr wird in der englischsprachigen Originalversion mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Die begabte Literaturstudentin Agnes (Eva Victor) besucht eine Hochschule im ländlichen Massachusetts. Ein Techtelmechtel mit ihrem attraktiven, allseits beliebten Doktorvater endet tragisch, eine zunächst einvernehmliche körperliche Annäherung mündet in einen Vergewaltigungsversuch. Ein sexueller Übergriff ist ausnahmslos immer eine Attacke, die das Opfer versehrt zurücklässt und in ihrem Regiedebüt „Sorry, Baby“ zeigt Eva Victor auf eindringliche Weise, wie viel Kraft es kostet, nach einem solchen Angriff auf Körper und Seele weiterzumachen – nicht wie bisher, sondern irgendwie. Die Regisseurin erzählt ihre Geschichte in fünf Kapiteln, aber nicht chronologisch. Sie schildert markante Situationen aus Agnes‘ Leben vor und nach der Tat, verschiebt dabei aber die Zeitebenen. Dabei gelingt es ihr auch, das ernste Thema mit Momenten feinen Humors und sogar einem Hauch Romantik zu verflechten, zum Beispiel wenn Agnes eine Affäre mit ihrem Nachbarn beginnt. Doch obwohl die Uni-Karriere der Studentin weiter vorangeht, bleibt der Übergriff auch nach Jahren ein bestimmendes Ereignis. Eva Victor inszeniert und spielt das nicht bitter, sondern mit schwarzhumoriger Traurigkeit und Melancholie. Und irgendwann erschließt sich auch der Titel des Films. „Sorry, Baby, wir müssen damit leben.“ Das klingt einerseits nach Resignation – aber zugleich auch nach Akzeptanz und Aufbruch.

USA 2025, Regie: Eva Victor, Darsteller: Eva Victor, Naomi Ackie, Lucas Hedges, ab 12, 104 min

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung